Der Zufall ist ein Rätsel, welches das Schicksal dem Menschen aufgibt.
Fr. Hebbel


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Die wohl älteste und vor allem bedeutendste Form, in der zukünftige Ereignisse erfaßt werden können, ist die der Visionen, jener Vorzeichen in Bildern und Symbolen oder auch in Worten, in denen sich die Zukunft offenbart. Die auf diese Art empfangenen geistigen Informationen finden ihren Ausdruck in Prophezeiungen. Eine große Zahl davon ist insbesondere im Alten Testament und den Apokryphen enthalten. Aber die Gabe der Aufnahmefähigkeit von Offenbarungen und Visionen und damit des Vorhersagens der Zukunft besaßen, außer den frühzeitlichen Propheten, auch andere Seher und Seherinnen. Aus alter Zeit wird von den Sibyllinischen Weissagungen berichtet und der bekannteste Seher unserer Zeitrechnung war Nostradamus. Prophetische Vorhersagen sind fast immer düsteren, apokalyptischen Inhalts, und sie sind darum überwiegend in bildhaften Gleichnissen oder verschlüsselt mitgeteilt worden.

Besonders in der Antike wurde dem Blick in die Zukunft durch das Orakel große Bedeutung beigemessen und in Griechenland gab es berühmte Orakelstätten. Zu diesen gehörten das Orakel von Dodona in Epirus, dessen Weissagungen dem Rauschen der Blätter einer heiligen Eiche entnommen wurden, und das Orakel von Delphi, das durch die eingeweihte Priesterin, die Pythia sprach. In römischer Zeit vertraute man den Vorhersagen der Auguren, Priestern, welche die Zukunft aus Naturereignissen sowie dem Verhalten von Tieren deuteten. Insbesondere den Auspizien, den Beobachtungen des Verhaltens der Vögel hinsichtlich der Art und der Richtung ihres Fluges, ihrer Laute und ihrer Nahrungsaufnahme, wurde große Beachtung geschenkt.

Die Vorhersagen der Auguren unterlagen jedoch oftmals machtpolitischen Einflüssen, weshalb mit dem Begriff Augurenlächeln noch heute das wissende Lächeln von Eingeweihten bezeichnet wird. Die Aussagen der griechischen Orakel wiederum waren oftmals so zweideutig, daß sich ebenso die Bezeichnung “delphisch” für einen doppelsinnigen und rätselhaften Ausspruch erhalten hat.

Neben der immer währenden Hoffnung einen direkten Blick in die Zukunft zu erhalten, hat man in der Antike auch das Unbekannte stets in das Leben einbezogen. Die künstlerische Phantasie des klassischen Altertums schuf sich Sinnbilder und Göttergestalten für das in Dunkelheit gehüllte, unvermeidliche Schicksal - das Fatum, sowie den notwendigen Zusammenhang aller Dinge, die personifizierte Notwendigkeit - Einarmene, und die Schicksalsfügung im Sinne von Glück oder Unglück - röm. Fortuna und griech. Tyche.

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