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Der Traum ist der beste
Beweis dafür, daß wir nicht so fest in unserer Haut eingeschlossen sind, als
es scheint.
Fr. Hebbel |
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Jeder Mensch träumt - und bereits seit frühester Zeit haben die
im Traum empfangenen Bilder die Menschen fasziniert, hat man versucht Erklärungs-
und Deutungsmöglichkeiten zu finden. In den ältesten Kulturen wurden die
Traumbilder überwiegend der religiösen Inspiration zugeschrieben und als
prophetische Eingebungen betrachtet. In der klassischen Antike entstanden erste
Ansätze individuelle seelische Vorgänge damit in Verbindung zu bringen und
durch Sigmund Freud fanden die Traumbilder Eingang in Psychoanalyse. Bis heute sind
Entstehung, Ursache und Bedeutung der Träume noch immer umstritten. Wie so oft,
liegt wohl jeweils ein Teil der Wahrheit in allen Erklärungsversuchen.
Die tatsächlich zukunftsweisenden, schicksalhaft prophetischen
Traumbilder sind selten, aber es gibt sie! Ebenso ist unumstritten, daß Träume
die Bilder des unbewußten, tiefsten seelischen Empfindens widerspiegeln.
Darüber hinaus sind in ihnen ganz allgemeine Reflexionen des täglichen Lebens
zu finden.
Tatsache ist des weiteren, daß die Motive aller genannten Trauminhalte
größtenteils symbolisch dargestellt werden. Diese Symbolsprache erinnert an
eine der ältesten Schriften, an die ägyptischen Hieroglyphen. Wie bei diesen
erschließt sich auch die gesamte Aussage von Traumsymbolen nur durch
mehrdimensionale Betrachtung. Es ist damit eine auf Universalgesetzen beruhende
Schreibweise, für welche den Menschen die Auffassungsgabe verloren gegangen ist.
Traumbilder sind in dieser Schreibweise mitgeteilte Botschaften des
Unterbewußtseins und nicht dessen Zensur, wie von Freud aufgrund der sexuellen
Überbetonung angenommen wurde. C.G. Jung hingegen hat in der Traumsymbolik im
Universalen begründete, archetypische Strukturen und Muster anerkannt, die, wie
bereits beim Tarot beschrieben, latent in den Tiefen der Seele vorhanden sind.Außer der Symbolsprache beinhaltet das Traumgeschehen insbesondere
seelische Empfindungen, wie Angst oder Freude, aber auch physische, wie Kälte,
Wärme oder Berührungen. Seltener sind Musik oder klar verständliche Worte
enthalten sowie Geschmacks- oder Geruchsempfindungen. Eine weitere Besonderheit besteht
darin, daß im Traumgeschehen Vernunft und Logik sowie die Gesetze von Raum und Zeit
- nicht immer - aber teilweise aufgehoben sind.
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Die Hermetik geht darum von der Möglichkeit aus,
daß wir während des Träumens, außer zu den sonst verschlossenen
Regionen der Seele, im wahrsten Sinne des Wortes auch Zugang zu Bereichen haben, die
jenseits unserer bewußten Erfahrungswelt liegen. Das heißt, daß wir auf
einer anderen Dimensionsebene, in welcher Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart projiziert
werden, tatsächlich agieren. Dadurch ließen sich z.B. Träume mit
visionärem Charakter oder solche mit Erfahrungsinhalten, die nicht im
gegenwärtigen Bewußtsein begründet sind, erklären. Ebenso
Begegnungen im Traum, die wahrscheinlich auf starker Imaginationsfähigkeit beruhen
und deren Bezug von allen drei Zeitbegriffen ausgehen kann.In jedem Fall sind Träume ein geheimnisvoller und gleichfalls
bedeutender Teil unseres Lebens, dem wir uns nicht verschließen sollten. Vielmehr
sollten wir uns bemühen die erhaltenen Hinweise zu dechiffrieren, um zu einem
erweiterten Bewußtsein zu gelangen.
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